Transitions & Approaches

2., 3., 9., 10. April 13., 28. Mai 2016

Vor über zwanzig Jahren hat Francis Fukuyama angesichts des Zusammenbruchs der realsozialistischen Staaten von einem „Ende der Geschichte“ gesprochen. Liberalismus – Demokratie und Marktwirtschaft – bestimmen den Endpunkt der gesellschaftpolitischen Entwicklung. Die aktuellen Krisen und Konflikte zeigen jedoch, dass endgültige Stabilität nicht möglich ist: Übergänge, Veränderungen und Umbrüche waren und sind Charakteristika der Welt, in der wir leben. Wie aber werden entsprechende Situationen von Menschen wahrgenommen, wie nähern sie sich den Veränderungen an, welche Erfahrungen, Erwartungen und Bilder entstehen?

Die Ausstellung beleuchtet Aspekte zu dieser Thematik mittels der Medien Fotografie, Video und Soundinstallation.

Der amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und zweifache Oskarpreisträger Lou Stoumen untersuchte im Jahre 1940 während eines ganzen Tages von 6:30 früh bis Mitternacht auf poetisch fotografische Weise die Veränderung von Licht und Atmosphäre am New Yorker Times Square. Geprintet wurde die Serie von Lou Stoumen allerdings erst 1976 und 1977 von die Witkin Gallery in New York zum vorliegenden Portfolio vereint.

Der Fotograf Martin Lutz folgte seinen Spuren in den 1980er Jahren und noch einmal 2006. Er schuf mit seinen schwarz-weißen Aufnahmen im ungewöhnlichen Panoramaformat eine wunderbare zeitgenössische Darstellung der Stadt.

Im Jahr 2015 haben Jutta Fischel, Markus Kupferblum und Konrad Stania ihr Foto- und Videoprojekt „Go West„, das sich mit Aspekten des Weges in den Westen auseinander setzt, im österreichischen Kulturforum in Washington DC gezeigt. Durch Interviews in den USA und Österreich wurden Sichtweisen jener Menschen gewonnen, die in den Westen – in die USA, aber auch nach Österreich – ausgewandert sind. Portraitfotografien, Animationen und Projektionen zeigen die Interviewten, schildern ihre Gründe für das Verlassen der Heimat oder das bewusste Zu-Hause-Bleiben, erzählen von ihrem Blick auf die neue Welt und geben aus ihrer Lebenserfahrung heraus eine Analyse Österreichs.

Mit der gegenwärtigen Situation am Grenzübergang Spielfeld setzt sich die französische Fotografin Isabelle Ouvrard auseinander und zeigt berührende Fotos von Flüchtlingskindern. Durch ihre Arbeit möchte sie ihren Betrachtern die Ausmaße und die tiefe Bedeutung der Situation nahebringen.


Weitere Informationen zu den ausstellenden KünstlerInnen

Projekt „go West“

Jutta Fischel, Markus Kupferblum, Konrad Stania

Im Jahr 2015 haben Jutta Fischel, Markus Kupferblum und Konrad Stania ihr Foto- und Videoprojekt „Go West“, das sich mit Aspekten des Weges in den Westen auseinander setzt, im österreichischen Kulturforum in Washington DC gezeigt. Durch Interviews in den USA und Österreich wurden Sichtweisen jener Menschen gewonnen, die in den Westen – in die USA, aber auch nach Österreich – ausgewandert sind. Portraitfotografien, Animationen und Projektionen zeigen die Interviewten, schildern ihre Gründe für das Verlassen der Heimat oder das bewusste Zu-Hause-Bleiben, erzählen von ihrem Blick auf die neue Welt und geben aus ihrer Lebenserfahrung heraus eine Analyse Österreichs.

Weitere Informationen dazu unter www.konradstania.at

Im Rahmen der in der fine-art Galerie in Traismauer stattfindenden Ausstellung „transitions and approaches“ werden wir diese Arbeit gemeinsam mit Werken des Fotografen und Oskarpreisträger Lou Stoumen, sowie den Fotografen Martin Lutz und Isabelle Ouvrard zu zeigen.

Jutta Fischel

Geboren und aufgewachsen im Wien der 1960er Jahre hat Fotografie fast von Beginn an große Faszination auf mich ausgeübt. Seit geraumer Zeit erforsche ich zunehmend intensiver meine fotografischen Möglichkeiten.

Ausstellungen und Projektsteilnahmen

2015          Gruppenausstellung, „Go West“, im Austrian Cultural Forum, Washington, DC

2014          Bilder zu „Am Himmel die Wolken“, Regie Renate Kastelik, gemeinsam mit Konrad Stania, Buch Christian Brandauer, Raimundtheater

2014          Gruppenausstellung, „Nachtgeschichten“ im Rahmen von eyes on, Monat der Fotografie, Wien

2013          Bilder zu „Musical CURAO – Der Ring der Freundschaft“, gemeinsam mit Konrad Stania, Regie Renate Kastelik, Buch Gernot Kranner, Raimundtheater

2013          Diplomausstellung der PFSÖ, „Leidenschaft…was uns antreibt“, Oö Landesbibliothek, Linz

2013          Gruppenausstellung, „Die Ästhetik der Hässlichkeit“, Kunstraum Sonnensegel, Wien

2012          Bilder zu „Der größte Schatz – ein Piraten-Musical“, gemeinsam mit Konrad Stania, Regie Renate Kastelik, Buch Reinwald Kranner, Raimundtheater

2011          Bilder zu „Gingos“, Regie Renate Kastelik, Buch Anna Kofler, Raimundtheater

2011          Gruppenausstellung des Jahrgangs 28 der PFSÖ,“Heimat fotografiert“, Oö Landesbibliothek, Linz

2009          Gruppenausstellung,4 Fotografinnen, Private Galerie Zollergasse, Wien

2005          Gruppenausstellung der Fotogruppe Belichtungsfrei, Projektraum WUK, Wien

2004          Gruppenausstellung der Fotogruppe Belichtungsfrei, Projektraum WUK, Wien

2003          Gruppenausstellung der Fotogruppe Belichtungsfrei, Polycollege Stöbergasse, Wien

2013          Diplom der Prager Fotoschule Österreich

2012          Abschluss der Prager Fotoschule Österreich

1995          Diplom der Universität für Bodenkultur

 

Markus Kupferblum

www.kupferblum.com

Wurde 1964 in Wien geboren und erhielt seine Ausbildung an der dortigen Hochschule für Musik und darstellende Kunst (Schauspiel) sowie an der Universität Wien (Philosophie, Soziologie und Jus). Weitere Ausbildung erhielt er an der Clownschule École Philippe Gaulier/Monika Pagneux (Jacques Lecoq) in Paris, an der New York University (Film) und an der STSI-School Bali (Maskenspiel). Er arbeitete als Assistent von Antoine Vitez, Achim Freyer und Verena Weiss an der Wiener Staatsoper, im Teatro La Fenice in Venedig und an der Opèra de la Bastille in Paris.

Seit 1987 leitet er das von ihm gegründete “Totale Theater” Wien-Paris, und ist Mitbegründer des Festivals “Scattola Sonora” in Turin und der Clowngruppe “Out of Sync” in London. 2013 gründete er in Wien die Musiktheatergruppe „Schlüterwerke“.

Seit 1988 ist er als Regisseur von Sprechtheater, Musiktheater, Maskentheater, Performances, Aktionen, Straßentheater und sämtlichen Mischformen des Theaters, für die er oftmals auch als Autor, Arrangeur oder Übersetzer verantwortlich zeichnet, international tätig. Neben den Theaterzentren seines Heimatlandes Österreich stehen Israel, Russland, Iran, Peru, New York und London regelmässig auf seiner Agenda. Zu seinen erfolgreichsten Inszenierungen zählen u.a. «I Pagliacci» von Ruggiero Leoncavallo (Salle de Bal, Wien 1993); „Peer Gynt“ (Paris, Festival d’Avignon 1992) «Les Moustaches de la Reine», (Teneriffa, Paris, Brüssel, Wien; 1. Prix de l’Humour beim Festival von Avignon 1993, über 200 Aufführungen in 6 verschiedenen Ländern), «La Traviata» von Giuseppe Verdi (Totales Theater Wien 1994),  Uraufführungen von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek (Berlin, 1997), «Don Pasquale» von Gaetano Donizetti und die Deutsche Erstaufführung des Kurt Weill Musicals “One Touch of Venus” an der Oper Freiburg (1997/98), “Das Weisse Rössl” an der Oper Dortmund (2008), „Sigmunds Traum“ (Satyri Theater, St. Petersburg 2003), „Vor dem Gesetz“ (2009) im Wiener Justizpalast und „Antwort auf einen ungeschriebenen Brief“ Akko Festival, Israel, und Wien (2010).

Immer wieder steht er erfolgreich als Clown auf der Bühne. Für sein Stück «Die verlassene Dido» im Theater im Nestroyhof in Wien wurde er mit dem “Nestroy Preis” für die beste Off-Produktion 2007 ausgezeichnet.

Als Lehrer ist Markus Kupferblum  u.a. an der Université de la Sorbonne (Paris), der Hebrew University und der Jerusalem Film School (Jerusalem), an der University of London (England), South Eastern Louisiana University (USA), University of Michigan (USA), der Bayrischen Theaterakademie August Everding, der Universität Wien sowie in Meisterklassen in Wien, Linz, Litauen, Korea und Kanada tätig. Seit 2007 hat er einen Lehrauftrag für Regie und Körperliche Rollengestaltung am Max Reinhardt Seminar, Wien und unterrichtet an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, der Staatlichen Hochschule in Stuttgart und in Frankfurt/Main.

1986 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Darstellende Kunst
1991 Aufführungspreis für das Stück “Finsteres Licht”
1992 “Coup de Coeur”, Festival von Avignon für die Inszenierung von “Peer Gynt”
1993 “1. Prix d’humour”, erster Preis des Festivals von Avignon für die Inszenierung des Stücks “Les Moustaches de la Reine”
2004 Preisträger des Jeunesse Wettbewerbs „Fang den Ton“ für „Die Blecharbeiter“, Wien
2007 „Nestroy Preis“ der Stadt Wien für die beste Off-Produktion 2007 für „Die verlassene Dido

 

Konrad Stania

www.konradstania.at

Hat über sein Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft zur Fotografie und zur Mediengestaltung gefunden. Geboren 1961 in Krems an Donau lebt und arbeitet er in Niederösterreich und Wien und befasst sich mit Fotografie, Visualisierung und Animation.

Ausstellungen und Projektsteilnahmen

Herbst 2003:          Polycollege Stöbergasse Wien, als Mitglied der Fotogruppe Belichtungsfrei.

Herbst 2004:          Projektraum des WUK (Werkstätten und KulturhauseWien), als Mitglied der Fotogruppe Belichtungsfrei.

Herbst 2005:          Projektraum des WUK (Werkstätten und Kulturhaus Wien), als Mitglied der Fotogruppe Belichtungsfrei.

Herbst 2006:          Kultur und Technik, Universität für Bodenkultur, Wien

Herbst 2011:          „Nocheinmal, Bilder aus der Gegenwart“, Pool 7, 1010 Wien, Rudolfsplatz 9, Vernissage 13. Oktober 2011, Workshop mit Künstlerinnen des Pool7 und des Grünen Kreises 19. Oktober, www.pool7.at

Herbst 2012:          Bilder und Animationen zu „Der größte Schatz – ein Piraten-Musical“, gemeinsam mit Jutta Fischel, Regie Renate Kastelik, Buch Reinwald Kranner, Raimundtheater

Jänner 2013:          Animationen zu „Einmal Erde und zurück“, Ein Clown-Solo von und mit Gernot Kranner, Regie Markus Kupferblum, Theater Akzent.

Frühjahr 2013:        Bilder und Animationen zu „Böhmische Bibel – Eine Strenge Kammeroper“, Libretto: Lydia Mischkulnig und Sabine Scholl, Regie Markus Kupferblum, Porgy&Bess, Strenge Kammer.

2013:                     Video zu „Neugier venezianisch“, Text Lydia Mischkulnig, ..neugier venezianischHerbst 2013:          Bilder und Animationen zu „Musical CURAO – Der Ring der Freundschaft“, gemeinsam mit Jutta Fischel, Regie Renate Kastelik, Buch Gernot Kranner, Raimundtheater

Herbst 2014:          WTEARGK (werktag, tagwerk), Pool 7, 1010 Wien, Rudolfsplatz 9, www.pool7.at

Herbst 2014:          Bilder und Animationen zu „Am Himmel die Wolken“, Regie Renate Kastelik, gemeinsam mit Jutta Fischel, Buch Christian Brandauer, Raimundtheater

Herbst 2014:          „Vermessungsarbeiten, Johannes Dobner und Konrad Stania, Graphiken und Fotografien“, Einführung Dr. Herbert Karner, Taschenbuchshop Schmidl, 3500 Krems, Untere Landstraße 27.

Frühjahr 2015:        „wieder einmal zu Hause“, 10. April bis 5. Juni, Bibliotheksgalerie museumkrems, Stadtbücherei & Mediathek, Körnermarkt 14, 3500 Krems. Einführung Kurt Neuhold – pool7 und short concert Musik von zu Hause – Wachaulieder interpretiert am persischen Hackbrett „Santur“ von Roozbeh Nafisi

Frühjahr 2015:        „go West – Jutta Fischel, Markus Kupferblum, Konrad Stania“, Foto- und Videoinstallation, 4. bis 15. Mai 2015, Austrian Cultural Forum, österreichische Botschaft, Washington DC.
2016:                     go West kommt in die fine Art Galerie Traismauer

 

Martin Lutz || Zur Person und zur Ausstellung Transitions & Approaches

 

Martin Lutz infizierte sich früh mit der Leidenschaft für Photographie. Seit seinem 12. Lebensjahr ist sie nicht mehr von seiner Seite gewichen. Die Begeisterung für das Aufspüren und Einfangen von scheinbar alltäglichen Situationen zieht ihn seit beinahe fünf Jahrzehnten hinter die Linse. Mit seinem Blick seziert er Situationen, Menschen und Formen rund um den Globus, die allesamt in der Hektik des Alltags drohen, übersehen zu werden.

Sein Werk beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Genre der Streetphotography, sondern ist – vor allem in den letzten Jahren- von Portraits geprägt. Der Großteil dieser Aufnahmen zeigt Jazzmusiker nach einem Konzert vor neutralem Hintergrund. Mit dieser Serie beweist Martin Lutz die Ausdrucksstärke von individuellen Charakteren und sein Gespür für das Format des Portraits.

Im krassen Gegenzug dazu steht sein Beitrag zu „Go West“. Seine Aufnahmen führen  den photographischen Essay von Lou Stoumen „Titel des portfolios“ auf der Zeitleiste fort. Lutz konfrontiert die BetrachterInnen mit der rapiden Veränderung des New Yorker Time Squares im Laufe der Jahre. Er setzt Stoumens Essay aus dem Jahr 1940 nicht nur fort, sondern schafft mit seinen Aufnahmen aus den 80er sowie 2000er Jahren ein Bewusstsein für die fortschreitende Modernisierung, die bei den Aufnahmen Stoumen bereits in der Luft liegt.

Nicht nur im Kontext von „Transitions & Approaches“ entfaltet seine New York Serie seine visuelle Kraft. Martin Lutz gelingt es mit Hilfe seiner Photographie, der Hektik der Metropole New York Motive und Momente zu entlocken, die in der Geschwindigkeit und verordneten Fokussiertheit der heutigen Tage untergehen.

Martin Lutz entzieht sich mit seiner photographischen Arbeit einem Dogma, dem die moderne Photographie unterworfen ist. Die Frage nach einer, seiner Arbeit zu Grunde  liegenden Ästhetik setzt er sein künstlerisches Motto entgegen:

„Ich photographiere wie ich photographiere.“

 

Isabelle Ouvrard
unabhängige Photographin

Durch ihre Arbeit möchte Isabelle Ouvrard ihren Betrachtern die Ausmaße und die tiefe Bedeutung der Situation nahebringen. (Robert Ouvrard)

laude Haller meinte, er habe in dem Blick eines Kindes Kontinente, ferne Inseln, phantastische Ozeane, aber auch unsichere Ufer gesehen.

Diese unsicheren Ufer hat auch die unabhängige Photographin Isabelle Ouvrard in den Augen dieser Flüchtlingskinder, die seit fast fünf Monaten zu Dutzenden, ja zu Hunderten an der Grenze Österreichs und in der Hauptstadt angekommen, erkennen können.

Sie ist ihnen entgegengegangen, um ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas Wärme und Ermutigung zu bringen. Mit Spielen, Malerei aber auch mit Zärtlichkeit ist es ihr gelungen, das in ihre Augen zu zaubern, was in den Augen eines Kindes selbst im Unglück unnachahmbar bleiben wird: die Unschuld.

Ihre letzten Bilder, voll von Liebe zu dieser unglücklichen Kindheit, wecken starke Gefühle und unterstreichen die Härte einer Situation, deren diese Kinder sich kaum bewußt sein dürften und die sie übersteigt.

1964 in Avignon – Frankreich geboren

Seit 1976 in Wien

Lycée Français de Vienne mit Baccalauréat (Matura) 1985 abgeschlossen

Abschluss École Internationale Tunon de Strasbourg /Tourismusschule) 1986

Bis 2014 berufstätig im Bereich Tourismus, Hotellerie und Office Management